BLACKPRINT: Ein wichtiger Bestandteil der Gestaltung sind die beiden Dachflächen des Omega-Gebäudes, die als Gründach bzw. als Solardach umgesetzt sind. Welche Anforderungen mussten hier im Hinblick auf das Thema Zirkularität berücksichtigt werden?
Maarten Terberg: Das Sedum-Dach spielt zunächst eine wichtige Rolle für das nachhaltige Gebäudekonzept, weil es eine deutliche Verbesserung der Biodiversität innerhalb des Gewerbeparks ermöglicht und gleichzeitig eine optimierte Kühlung bzw. Wärmedämmung des Erdgeschosses sicherstellt. Im Hinblick auf das Cradle-to-Cradle-Ziel standen wir insbesondere vor der Herausforderung, dass wir auch im Dachbereich keine verleimten Verbundmaterialien verwenden durften. Ebenso wichtig war, dass die verwendete Dachabdichtung lose verlegt oder mechanisch befestigt sein musste und keine giftigen Bestandteile enthalten durfte. Auf Anraten des Bauunternehmers, der schon mit Produkten von CARLISLE® gearbeitet hat, sind deshalb die Abdichtungsmaterialien SURE-WELD® TPO/FPO und HERTALAN® EPDM zum Einsatz gekommen. Beide Bahnen sind komplett schadstofffrei und lassen sich im Sinne einer Kreislaufwirtschaft problemlos abtragen und an anderer Stelle wiederverwenden.
BLACKPRINT: Mittlerweile ist das Projekt fertiggestellt. Was denken sie, wird sich das Thema Zirkularität weiter durchsetzen?
Maarten Terberg: Ja, da bin ich ziemlich sicher, das wird immer mehr werden. Ganz generell muss man natürlich sagen, dass wir aus Gründen der Nachhaltigkeit natürlich am besten überhaupt nicht mehr neu bauen sollten. Schließlich stehen überall zahlreiche Bauten leer. Und nicht alle davon sind beliebte Baudenkmäler, sondern es gibt auch zahlreiche Bauten, bei denen es vielleicht etwas schwerer fällt, sie zu mögen. Aufgrund ihrer Struktur sind diese Gebäude aber oftmals perfekt dazu geeignet, um in anderer Form weitergenutzt zu werden. In der Realität wird das natürlich nicht immer möglich sein und wir werden auch weiterhin Neubauten benötigen. Ganz grundsätzlich sollten wir dann aber versuchen, so wenig CO2 zu verbrauchen wie nur irgend möglich. So wie beim Omega-Gebäude!
BLACKPRINT: Vielen Dank, wir bedanken uns für das Gespräch!
Das Interview führte Robert Uhde.