Effektive Flachdachentwässerung
Moderne Dachabdichtungen ermöglichen einen dauerhaften Schutz gegen Feuchtigkeitseintritt. Die Flachdachentwässerung spielt dabei eine entscheidene Rolle. Entwässerungselemente gehören dabei zu den wichtigsten Systemergänzungen, denn anders als bei einem Flachdach mit innenliegender Entwässerung kann das Regenwasser nicht immer vollständig und zügig über die Dachneigung abgeleitet werden. Passend zu unseren langlebigen Abdichtungssystemen, bieten wir Ihnen langlebige Entwässerungssysteme aus Edelstahl an. Lassen Sie sich gerne von uns beraten.
Planen Sie eine langlebige Dachentwässerung frühzeitig
Der Klimawandel erhöht das Risiko von Starkregen, was zu Überlastungen der Entwässerungssysteme führen kann. Zudem können die enormen Wassermassen auch Einfluss auf die Statik des Dachs bzw. Gebäudes haben. Eine fachgerechte Planung der Dachentwässerung ist daher besonders wichtig.
Daher sollte frühzeitig zu jedem Objekt ein Entwässerungsplan erstellt werden. In diesem Plan sind unter anderem Art, Anzahl und Durchmesser der Abläufe sowie Lage, Dimension und Anstauhöhe der Notentwässerung anzugeben. Wir unterstützen Sie bei der Planung und berechnen schnell und sicher die nötigen Entwässerungsmaßnahmen für Sie. Kontaktieren Sie uns für eine normgerechte Flachdachentwässerung. Nutzen Sie unseren kostenlosen Service zur Entwässerungsberechnung.
Entwässerungselemente, Notüberläufe und Dunstrohre aus Edelstahl
Mit unseren Entwässerungselementen aus Edelstahl, bieten wir Ihnen die perfekte Ergänzung zu unserem Angebot an extrem langlebigen Dachabdichtungsbahnen – ob zur Haupt- oder Notentwässerung oder für den Neubau und Sanierungsfall. Diese verfügen bereits über werkseitig angeschlossene EPDM- Manschetten aus RESITRIX® oder HERTALAN®. So gelingt die wasserdichte Anbindung an die Flächenabdichtung besonders schnell und einfach. Das Sortiment hält für jede Entwässerungssituation das richtige Element parat.
Die Vorteile im Überblick:
Sicherer Einbau ohne Brandrisiko durch Verschweißung mit Heißluft
Einfache Montage ohne Spezialwerkzeug
Jahrzehntelange Nutzungsdauer
Edelstahl ist unempfindlich gegen Säuren und Kälte sowie extrem hitzebeständig
Sichere Komplettlösung
TÜV-geprüft
Brandschutz nach DIN 18234
Sicherer Anschluss der Gullys
Ganz wichtig ist, dass das Gefälle immer zu den Gullys hinführt und diese an den Tiefpunkten des Daches eingebaut werden. Die Gullys dürfen also keinesfalls über der Nutzschicht oder der Kiesschicht angeordnet sein, sondern müssen in der wasserführenden Schicht integriert werden. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass die Außenkanten der Gullys einen Abstand von mindestens 30 cm zu aufgehenden Bauteilen, Attiken oder anderen Durchdringungen aufweisen.
Entscheidend für einen sicheren Dachaufbau ist außerdem die Einbindung der Gullys in die umliegende Dachabdichtung. Unsere Dachabläufe werden deshalb mit speziellen Einbaumanschetten aus RESITRIX® und HERTALAN® geliefert, die dann vor Ort mit den Abdichtungsbahnen verklebt oder verschweißt werden. Sollte keine spezielle Einbaumanschette vorhanden sein bieten wir bei CARLISLE® die Flüssigabdichtung LIQUISEAL an.
Grundlagen der Flachdachentwässerung
Ein Flachdach schützt das darunterliegende Gebäude und die darin enthaltenen Werte vor eindringendem Wasser. Um diese Funktion zu gewährleisten, muss das Dach fachgerecht entwässert werden, d.h. die Flachdachentwässerung muss immer so konzipiert sein, dass sie sowohl viel Regen in kurzer Zeit als auch den Jahrhundertregen über mehrere Stunden aushalten beziehungsweise ableiten kann. Um beides zu gewährleisten, besteht die Flachdachentwässerung ganz grundsätzlich aus einem regulären Hauptentwässerungssystem und einer Notentwässerung.
Um die Entwässerung sicherzustellen, sollten Flachdächer überdies ein Mindestgefälle von 2 % aufweisen. Jedem Tiefpunkt auf dem Flachdach ist dabei ein Dachablauf zuzuordnen und jedem Dachablauf ein Notüberlauf. Die Notüberläufe sind an den Außenkanten der Dachflächen oder als zusätzliches innenliegendes System zu platzieren, die frei entwässern. An den innenliegenden Entwässerungsrinnen und -kehlen wird ein separates Notentwässerungssystem mit Anstauhöhe eingebunden, das frei auf das Grundstück entwässert.
Arten der Flachdachentwässerung
Innenliegende Freispiegelentwässerung
Die Freispiegelentwässerung ist die häufigste Art der Entwässerung. Die Dachentwässerung erfolgt dabei innerhalb der Dachkonstruktion. An den tiefsten Stellen des Daches werden dazu ein oder je nach Dachgröße mehrere Dachgullys platziert. Jeder dieser Gullys ist mit einem eigenen Fallrohr an die im Gefälle verlegte Grundleitung angeschlossen, so dass das Regenwasser von dort aus abgeleitet werden kann. Der Abfluss erfolgt also über die physikalische Gesetzmäßigkeit der Schwerkraft. Unverzichtbar ist eine Notentwässerung, die unter anderem dann wirksam wird, wenn die ins öffentliche Netz führende Hauptentwässerung überlastet ist.
Unterdruckentwässerung
Bei der Druckentwässerung hat nicht jeder Dachgully seinen eigenen Anschluss an die Grundleitung, sondern es werden mehrere Dachabläufe an eine gefällelose Sammelleitung angeschlossen und gelangen erst von dort aus in die gemeinsame Fallleitung. Durch Unterdruck im Rohrsystem kommt es dabei zu einer höheren Fließgeschwindigkeit des Wassers. Das System setzt sich in Deutschland erst in jüngerer Zeit zunehmend durch. Es ist aufwändiger in der Planung und kommt vor allem bei großen Dachflächen zum Einsatz. Mit der Technik lässt sich in gleicher Zeit deutlich mehr Niederschlag entwässern als mit einer Freispiegelentwässerung.
Außenentwässerung
Bei einer Außenentwässerung erfolgt der Regenablauf über außenliegende Fallrohre. Für eine ordnungsgemäße Funktion des Ablaufs müssen die Dachrinnen regelmäßig gewartet werden, da sich sonst Laub und Schwemmpartikel festsetzen können.
Normen und technische Richtlinien
Bei der Planung und Umsetzung von Flachdachentwässerungen müssen verschiedene Normen berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere die DIN EN 12056-3, die DIN EN 752, die DIN 1986-100, die DIN 18234-3, die DIN 18531 sowie die Flachdachrichtlinie. Die nationale Norm DIN EN 12056 beinhaltet ausschließlich die Entwässerung bis zur Gebäudekante, die DIN 1986 Teil 100 beinhaltet zusätzlich auch die Entwässerung bis zur Grundstücksgrenze.
Entsprechend der vorliegenden Normen ist eine Flachdachentwässerung so zu planen, dass der Niederschlag auf dem kürzesten Weg von der Dachfläche ablaufen kann. Neben einem ausreichenden Gefälle ist deshalb in der Regel auch eine Notentwässerung erforderlich. Hinzu kommt, dass sämtliche Abflussleitungen, Dachabläufe und Rohrsysteme frei zugänglich sein müssen, um Wartungsarbeiten problemlos vornehmen zu können. Bei innenliegenden Abläufen sind separate Notabläufe einzuplanen, durch die überschüssiges Regenwasser schnell abgeleitet werden kann.
Einhaltung von DIN-Normen
Um die Bildung von Pfützen und die Ansammlung von Schmutz zu verhindern, sollten Flachdächer entsprechend der geltenden Normen grundsätzlich mit einem Gefälle von mindestens zwei Prozent ausgebildet werden. Ausnahmen sind in Sonderfällen möglich, bzw. erforderlich. Das Gefälle lässt sich je nach Dachaufbau über eine keilförmige Wärmedämmung oder über einen Gefälle-Estrich herstellen. Zusätzlich ist vorgegeben, dass eine ausreichende Anzahl an Dachabläufen oder Gullys erforderlich ist. Die Gullys müssen ausreichend dimensioniert sein und an den Tiefpunkten des Daches platziert werden. Zusätzlich gilt, dass alle Gullys zu Wartungszwecken frei zugänglich sein müssen. Nach DIN 1986-3 sind Wartungen alle sechs Monate vorgeschrieben.
Technische Herausforderungen
Neben der geregelten Entwässerung muss das Flachdach nach den gültigen Regeln auch zusätzliche Notentwässerungen besitzen, die einen schnellen Abfluss von Regenwasser auch dann sicherstellen, wenn es zu einem Jahrhundertregenereignis kommt, oder es durch Laub oder andere Verunreinigungen zu Verstopfungen an einem oder mehreren der Gullys kommt. Während ein Notüberlauf keinen Anschluss an die Kanalisation hat und direkt ins Freie entwässert, erfolgt der Anschluss der Entwässerungsgullys in der Regel an die öffentliche Kanalisation.
Planung und Bemessung der Entwässerung
Bei der Planung und Bemessung der Entwässerung müssen spezifische Vorgaben berücksichtigt sein. Das betrifft insbesondere die Freispiegelentwässerung. Um hier eine durchgehende Funktionsfähigkeit sicherzustellen, dürfen die Fallrohre nach DIN 1986-100 nur maximal einen Füllungsgrad von 0,33 aufweisen, der Rohrquerschnitt darf also nur zu knapp einem Drittel mit Wasser gefüllt sein. Bei der Grundleitung darf ein Füllungsgrad von 0,7 nicht überschritten werden. Vorgeschrieben ist außerdem, dass auch die Grundleitung ein durchgehendes Gefälle aufweist.
Für die Dimensionierung des Notüberlaufs muss die sogenannte örtliche Bemessungsregenspende herangezogen werden, die die regionalen Niederschlagswerte erfasst. Die jeweils geltenden Werte sind bei der örtlichen Baubehörde oder dem Deutschen Wetterdienst zu erfragen.
Gefälleplanung
Um eine ausreichende Flachdachentwässerung sicherzustellen, ist ein Gefälle von mindestens 2% erforderlich. Flachdächer ohne Gefälle sind zwar erlaubt, dürfen aufgrund der hohen Anfälligkeit für Wasserschäden aber nur als Sonderkonstruktion unter bestimmten Anwendungen geplant werden. Erforderlich ist dann eine Abdichtung, die die Anforderungen der Anwendungsklasse K2 erfüllt.
Doch selbst auf Flächen mit einer Neigung von bis zu 5% kann es aufgrund von Durchbiegung, aufgrund von zulässigen Toleranzen in der Ebenheit der Unterlage, aufgrund der Dicke von Werkstoffen oder durch Überlappungen und Verstärkungen zu Pfützenbildung kommen. „Sollte stehendes Wasser die folgenden Aufbauten schädigen können (z.B. Plattenbelag im Mörtelbett), soll für eine ausreichende Wasserableitung gesorgt werden (d.h. mehr als 5% Gefälle einplanen)“, so heißt es dazu in den Flachdachrichtlinien 12/2016.
Ungehinderte Entwässerung durch ausreichendes Gefälle
Sanierung der Königsegg-Grundschule: Effiziente Flachdachentwässerung
Ein gelungenes Praxisbeispiel für die Umsetzung einer fachgerechten Flachdachentwässerung bietet die Sanierung der Königsegg-Grundschule in Immenstadt im Allgäu. Im Rahmen der Maßnahme war auch das 1.300 Quadratmeter große Dach komplett erneuert worden. Das abgebrochene Flachdach wurde dabei durch eine flach geneigte Walmdachkonstruktion ersetzt, die zeitsparend mit vier großen HERTALAN® EASY COVER EPDM-Planen abgedichtet wurde. In Verbindung mit dem Befestigungssystem RhinoBond® ist das Schulgebäude damit langfristig gegen Feuchtigkeit geschützt.
Vor dem Umbau war das Flachdach in mehrere Abschnitte unterteilt und jedes Feld wurde zwar separat mit Gullys entwässert, die aber deutlich zu hoch lagen. Hinzu kam, dass die vorhandenen Fallleitungen nur einen Durchmesser von 70 Millimeter hatten, so dass keine ordnungsgemäße Entwässerung möglich war. Die Entwässerung des neuen, leicht geneigten Walmdachs erfolgt demgegenüber mit einer konventionellen Außenentwässerung über die Traufen. Die Grundleitungen dazu waren bereits vorhanden.
Unsere CARLISLE® Systeme für Ihre Herausforderung
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Häufig gestellte Fragen zum Thema Flachdachentwässerung
Wie wird ein Flachdach entwässert?
Ein Flachdach wird grundsätzlich durch eine Kombination aus Abläufen und Rohrleitungen entwässert. Die genaue Anzahl und die genaue Anordnung der Abläufe sowie die genaue Funktionsweise der Entwässerung hängt von der gewählten Entwässerungsvariante ab.
Wieviele Abläufe sind im Flachdach mindestens vorgesehen?
Die Anzahl der Abläufe im Flachdach richtet sich nach dem gewünschten und dem Ablaufvermögen des Dachablaufs. Dabei gilt ganz grundsätzlich: Je größer die Dachfläche ist und je geringer die Dachneigung ausfällt, desto mehr Abläufe müssen eingeplant werden.
Wann brauche ich eine Notentwässerung?
In der Vergangenheit benötigten nur Flachdächer und innen liegende Rinnen eine zusätzliche Notentwässerung. Das hat sich mittlerweile geändert. Nach DIN 1986-100 muss heute jede Dachfläche über eine Notentwässerung verfügen. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich Dächer, die planmäßig zur Regenrückhaltung eingesetzt werden.
Wieviel Wasser darf auf einem Flachdach stehen bleiben?
Nach DIN 18531 sollte die Abdichtung aber so geplant werden, dass Niederschlagswasser nicht länger auf der Abdichtung verbleibt. Dazu sollte ein Mindestgefälle von 2 % umgesetzt werden. „Bei Dachflächen mit einer Neigung bis ungefähr 5 % ist aufgrund zulässiger Ebenheitstoleranzen, der Durchbiegung des Tragwerks, vorhandenem Gegengefälle und aufgrund von Unebenheiten an Bahnenüberlappungen und -verstärkungen eine Pfützenbildung möglich.“
Was ist ein Attikaablauf?
Eine Attikaentwässerung ist eine komplett außenliegende Entwässerung für Flachdächer. Das Entwässerungssystem wird dabei mit einem Attikaablauf nahe der Attikaaufkantung montiert, von dem das weiterführende Rohrsystem waagerecht durch die Attika vom Dach geführt wird.
Was ist eine Freispiegelentwässerung?
Bei einer Freispiegelentwässerung erfolgt die Dachentwässerung innerhalb der Dachkonstruktion. An den tiefsten Stellen des Daches werden dazu ein oder je nach Dachgröße mehrere Dachgullys platziert. Jeder dieser Gullys ist mit einem eigenen Fallrohr an die im Gefälle verlegte Grundleitung angeschlossen, so dass das Regenwasser von dort aus abgeleitet werden kann.
Was ist eine Unterdruckentwässerung?
Bei einer Druckentwässerung werden mehrere Dachabläufe an eine gefällelose Sammelleitung angeschlossen und gelangen erst von dort aus in die gemeinsame Fallleitung. Durch Unterdruck im Rohrsystem kommt es dabei zu einer höheren Fließgeschwindigkeit des Wassers. Das System kommt vor allem bei großen Dachflächen zum Einsatz.
Was ist eine Außenentwässerung?
Bei einer Außenentwässerung erfolgt der Regenablauf über außenliegende Fallrohre. Für eine ordnungsgemäße Funktion des Ablaufs müssen die Dachrinnen regelmäßig gewartet werden, da sich sonst Laub und Schwemmpartikel festsetzen können.